Achtziger
Campus
Erstes Mal
Klimapolitik

Noch so ein neumodischer Schnick-Schnack, der einem das Leben schwermacht! Eltern verstehen die Welt nicht mehr und auch nicht die Mengenlehre-Hausaufgabe für den Drittkläßler. „Schnittmenge, Schnittmenge, SCHNITTMENGE!“ brüllte Papa, „wie heißt Dein Lehrer?“ – Verheult: „Baumann.“ – „Gib mir meinen Kuli. So. Äh ... (setzt sich, schreibt angestrengt) ... Sehr verehrter ... geehrter Herr Lehrer, Lehrer Baumann, quatsch, Geehrter Herr Baumann, ich ... äh ... sehe nicht ein, daß mein Sohn Sachen lernen soll, äh, die ... (steht wieder auf) ... Verdammt nochmal, Du bist aber auch zuu blöde im Kopp! Ich hab meine Aufgaben auch begriffen und hab nicht Oppa genervt! Meine Herren!“ An dieser Stelle blenden wir uns aus – mit Geigen – und halten fest: Die Siebziger waren auch das Jahrzehnt der großen gesellschaftlichen Polarisierungen. Man war entweder für oder gegen Innere Reformen, Neue Ostpolitik, ZDF-Hitparade, Mitbestimmung, für oder gegen „Willy wählen!“ etc. „Mehr Demokratie wagen“, das bedeutete eben auch: Auf einmal war alles politisch – so auch die Mathematik.

Gerald Fricke / Frank Schäfer / Rüdiger Wartusch: Die Goldenen Siebziger.

Ein notwendiges Wörterbuch. Reclam-Leipzig 1997.

ISBN 3-379-01605-5

Siebziger
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