Achtziger
Campus
Erstes Mal
Klimapolitik

Das Leben auf dem Campus ist wie das Leben selbst: hart, aber ungerecht, voller Würmer, und man hat es sich in den seltensten Fällen selber ausgesucht. Dieses heiderggersche „Geworfensein“ in den Mikrokosmos der Seminare, Vorlesungen, Sitzungen, Referatsbesprechungen, Vollversammlun-gen, Professorengeburtstage und Mensaschlangen gilt es zu beleuchten, gar auszuleuch-ten. Warum gerade von uns? – Nun, wir wissen Bescheid! Schließlich sind auch wir einst geworfen worden, lagen danieder, erdrückt von akademischen Ansprüchen, Usancen, Titeln, Thesen, Turbulenzen und haben uns mühsam an Bücherregalen, Erstsemesterfeten, Maschbauer-Tennissocken und den alten Zöpfen der Macht hochgezogen. Wir wissen z. B., wie es ist, gemeinsam mit mehreren Hundertschaften leicht angeschickerter Jungakademiker die aufeinanderfolgenden Filme Terminator II und Cyrano von Bergerac im Uni-Kino zu erleben. Wir wissen, daß man den Professor niemals mit „Herr Professor“ anreden darf, weil er sich sonst veralbert vorkommt. Wir kennen das „kleine Geheimnis“ vom Akad. Rat. Welche Blumen die Sekretärin bekommt, und welche die Frau Dekanin. Daß es nur bei Essen Eins Nachschlag gibt. Naja, und auch sonst noch einiges ...

Sie finden also in diesem kleinen Vademecum liebevoll gearbeitete Beiträge zu akademischen Würdenträgern (Hiwi, Doktorand), studentischen Milieus (WG, Cafeteria), dem allgemeinen Uni-Betrieb (Zwischenprüfung, Reader, Vergabe der Referatstermine), allen erdenklichen Professionen (Gender Studies, Grundschullehramt) und nicht zu vergessen den universitären Lebensgewohnheiten (Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt, Beziehungskisten). Kleine Schnurren und Anekdoten (Eschenburgs Pfeife, Mobbing), wertvolle Beschreibungen einschlägiger Studienorte (Göttingen, Berlin, Halle/Saale) gesellen sich hinzu. Hier konnten wir auf den geballten Sachverstand einiger externer Gelehrter zurückgreifen (s.o.). Wenn Sie freilich partout die Ihre Uni beherbergende Gemeinde in einem warmen Sommerlicht sehen mögen, dann wenden Sie sich besser an Ihren freundlichen Fremdenverkehrsverein. Sollten Sie sich aber auf der Suche nach „spitzfedriger“ Satire befinden, so werden Sie hier genau „passend“ bedient. Bitte bedenken Sie auch: Unsere liebenswürdigen Herren Sachverständige wollen wirklich nur das Gute. Dazu müssen sie aber auch dann und wann die Zuchtrute auspacken. Nun denn. Viele weitere Fragen harren der Klärung: Was zum Henker verbirgt sich hinter einem „BAföG“? Worüber führt eigentlich eine „Ponte“? Warum sammeln Sekretärinnen Geld für „Liebe ist ...“-Glückwunschkarten? Und überhaupt: Warum und zu welchem Ende studiert man/frau Universalgeschichte?
Wohlan! Wir klettern mit Ihnen auf den Elfenbeinturm und sehen uns das ganze bunte Treiben mal - in aller Ruhe - von oben an.

 

„Für angehende Studis oder Nostalgiker“ (Hamburger Abendblatt)
„Eine Art Seelentherapie“ (Torsten Harmsen, Berliner Zeitung)
„Erstaunliches über Stellenanzeigen in der ZEIT“ (Die Zeit)

Gerald Fricke/Frank Schäfer: Das Campus-Wörterbuch.

Der obligatorische Führer von Abitur bis Zwangsexmatriku-lation, Eichborn, Frankfurt/M. 1998.

ISBN: 3-8218-3527-3

Siebziger
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