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Der erste Magier der Physik

Der erste Magier der Physik, so wollen wir ihn hier mal liebevoll titulieren, das war kein geringerer als der große Sir Isaac Newton (1643-1727), nach dem ja, wie wir doch hoffentlich alle wissen, die internationale Maßeinheit der Kraft benannt wurde. Isaac Newton kam am Weihnachtstag des Jahres 1643 im schnuckeligen Dorf Woolsthorpe (Lincolnshire) an der Ostküste Mittelenglands zur Welt. Die Mutti räumte dem schwächlichen Siebenmonatskind keine Überlebenschance ein, der Pans war so winzig, daß er in einem »Quart Mug« (Literkrug) Platz gefunden hätte.
Dumm war er nicht, der lütsche Isaac, aber eigenbrötlerisch, passiv und verschlossen. Auch bei Prügeleien mit seinen Mitschülern wollte er keine rechte Figur abgeben. Um den ewigen Hänseleien aus dem Weg zu gehen, zog er sich zurück, las viel, dachte nach und lernte. Mutti wollte aus Isaac einen Hirten machen, aber zu körperlicher Arbeit hatte der Junge nun wirklich keine Lust. Als Isaac einmal das Vieh hüten sollte, liefen ihm die Kühe und Schafe weg, nicht ohne ihn zusätzlich mit obszönen Gesten und herausgetreckten Zungen zu demütigen. Erst in Grantham, wo Klein-Newton die weiterführende Schule besuchte, standen ihm die geliebten Bücher zur Verfügung, hier konnte er malen, Wasserräder und Propeller bauen und in der Apotheke Salben zusammenrühren. Besondere Freude hatte Isaac an einer kleinen Mühle, die von Mäusen betreiben wurde.

Und so landete das aufgeweckte Kerlchen schließlich auf dem berühmten Trinity College in Cambridge. Schon als »undergraduate« begriff er mühelos die Lehren des Euklid, die Dioptrik von Kepler und die Principia Philosophiae von Descartes. Er lernte Latein, Hebräisch und Französisch, beschäftigte sich mit der Musiktheorie und ließ sich von esoterischer, astrologischer und alchimistischer Literatur verzaubern. In diese Idylle platze 1665 jäh die Beulenpest. Newton flüchtete in sein Heimatdorf und las, lernte und dachte nach.

Als er im Garten seines Elternhauses unter einem Baum lag, erweckte ein herabfallender Apfel seine Neugier. Warum aber fällt der Mond nicht apfelgleich auf die Erde? Diese Frage beschäftigte ihn fast zwei Jahre, dann hatte er die Lösung: Massenkörper ziehen sich gegenseitig an, die Anziehungskraft ist zum ..., äh, Quadrat der, ähem, Entfernung umgekehrt proportional, genau. Also mal einfach gesagt: Die Zentrifugalkraft zentrifugiert Kamerad Mond in seiner Erdumlaufbahn; diese Kraft und die Massenanziehung (Gravitation) halten sich die Waage. That’s it. Eine schöne Apfel-Geschichte fürwahr, die nicht wir uns ausgedacht haben, sondern der luzide Philosoph Voltaire. Merci beaucoup.

René Zey (Hg.): Lexikon der Forscher und Erfinder, Reinbek 1997.

Gerald Fricke/Frank Schäfer: Für alles gibt’s ein Erstes Mal.

Area Verlag, Augsburg 2006.
Hardcover, 320 S.

ISBN 3-89996-712-7

"Der Klassiker des unnützen Wissens als erweiterte Neuausgabe!"

Originalausgabe: Hoffmann und Campe, Hamburg 1999

ISBN 3-455-10387

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