Achtziger
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Erstes Mal
Klimapolitik

Der erste S-Dübel

Für Artur Fischer, den Rekord-Erfinder und beinahe erfolgreichsten Unternehmer der Nachkriegszeit, waren Spiel, Phantasie und Technik niemals Gegensätze. Vor nun bald dreißig Jahren trafen wir Fischer in Südtirol beim Wandern. Während wir die Seiser Alm erkundeten sprach Artur Fischer zu uns folgende Worte, die noch heute im Deutschen Museum zu München auf hochmodernen Tonträgern aufbewahrt sind: »Die Technik als lebensbejahendes Element, das könnt Ihr mit Musik vergleichen. Und ich glaube, daß jemand der erfindet im Prinzip nicht sehr viel anders handelt als ein Komponist, der nach Harmonien sucht. Harmonie mit der Technik, das ist eine Anlage des Herzens.«

Kurz zu den trockenen Fakten: Artur Fischer wuchs in einem Schwarzwalddorf auf. Nach den Krieg gründete er eine kleine Werkstatt und begann Blitzgeräte für Fotoapparate zu konstruieren. Der rastlose Erfinder sammelte Patente wie andere Margarinemarken: 1964 schuf Fischer den Konstruktionsbaukasten fischertechnik. Fischers Ruhm und Reichtum basieren jedoch auf dem ersten S-Dübel. Fischer schmunzelt: »Wie so viele Produkte ist das eigentlich auch eher ein Zufallsprodukt. Mein Chef in Stuttgart wollte von mir Dübel haben aus Stahl, mit Gummimanschette. Na, hab’ ich die halt gemacht!« Und so spuckten seit 1957 Fischers Maschinen unzählbare Dübel aus. Noch heute produzieren endlose Reihen von Spritzgußmaschinen tagein, tagaus Millionen Dübel aller denkbaren Größen, Formen und Farben. Wo bohrten wir ohne sie?

Gerald Fricke/Frank Schäfer: Für alles gibt’s ein Erstes Mal.

Area Verlag, Augsburg 2006.
Hardcover, 320 S.

ISBN 3-89996-712-7

"Der Klassiker des unnützen Wissens als erweiterte Neuausgabe!"

Originalausgabe: Hoffmann und Campe, Hamburg 1999

ISBN 3-455-10387

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