Das lustige Hörnchen

Ostern in Paris war sehr klasse! In der Metro gibt es immer noch reservierte Plätze für Kriegsversehrte, und die Euros werden beharrlich „Francs“ genannt. Ich bin natürlich mit intellektuellem Cord-Anzug, LeMonde und, naja, SZ unterm Arm durch St. Germain des Prés geschlendert – „rive gauche“, wie wir Kenner auch sagen - und hab mich von meiner Freundin im „Les Deux Magots“ fotografieren lassen, da, wo Sartre den Existenzialismus erfunden hat, und Boris Vian spielte die Gießkanne dazu. Ach, und jetzt kommt's: In der besagten SZ mußte ich im Sartre-Café lesen, daß Terroranwalt Klaus Croissant gestorben ist. Ihr wißt schon, 1974, Sartre in Stammheim… Aber der „petit noir“ blieb mir erst so richtig im Halse stecken, als ich weiterlas, daß der gut gebutterte Croissant von seinen „Freunden“ doch tatsächlich „Hörnchen“ genannt wurde. Nicht zu fassen.

 

Titanic, Heft 5/2002, Vom Fachmann für Kenner.

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